Ulmensterben auf dem Vormarsch

von Sven Wewior

Das in Deutschland bereits seit vielen Jahren beobachtete Ulmensterben hat nun auch die Stadt Jessen erreicht. An vielen Ulmen im Stadtgebiet sind die nachstehend beschriebenen Symptome festgestellt worden. Diese werden leider unweigerlich zum Absterben der Ulmen führen. Das bedeutet für die verantwortlichen Baumkontrolleure der Stadt Jessen besonderes Augenmerk auf die Ulmen zu richten. Wir werden versuchen die ein oder andere Ulme - insbesondere an exklusiven Standorten - durch einen gezielten Rückschnitt zumindest noch eine Zeitlang zu erhalten, obgleich die Aussicht auf Erfolg sehr gering erscheint. Sobald die Standsicherheit gefährdet ist oder der Absturz von Trockenästen droht muss hier natürlich gehandelt werden.

Das Ulmensterben ist eine durch Schlauchpilze der Gattung Ophiostoma verursachte und durch Ulmensplintkäfer verbreitete Krankheit, welche die meisten europäischen Ulmen befällt und an den Rand des Aussterbens bringt.

Schädigung und Todesursache

Eine befallene Ulme stirbt letztlich durch Wassermangel. Als Abwehrreaktion auf die Infektion kommt es zur Verthyllung und Braunfärbung der Gefäße sowie Gummiablagerungen in lebenden Zellen. Auch kommt es zum mechanischen Verschluss der Gefäße durch Einwuchs des Pilzmycels (Verengung) und hefeartige Verbreitungskörper (Verstopfung). Letztendlich wird der Wassertransport in den Gefäßen unterbunden. Ulmen zählen zu den ringporigen Hölzern und haben relativ wenige, dafür aber umso größere Leitgefäße. Dadurch können selbst bei wenigen befallenen Zellen erhebliche Transportverluste eintreten. Die Erkrankung ist eine typische Tracheomykose.
Durch die Verthyllung sind die Leitbündel in Stamm, Ästen und Zweigen erkrankter Bäume im Querschnitt als braune bis braunschwarze Punkte zu erkennen, überwiegend im Frühholz. Dadurch ist auch eine überwundene Krankheit zu erkennen und zu datieren.

Quelle: Wikipedia

Thomas Riedel
Leiter Bauhof
Stadt Jessen

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