Pressemitteilung: Halbjahresbilanz 2021: Vom Lockdown zum Aufschwung

von Lutz Pallas

Wie zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Mitte 2021 nach einem harten Lockdown und den langsamen Öffnungsschritten im Frühjahr?

Die Sonderregelung zum Kurzarbeitergeld hat in den ersten Monaten des Jahres 2021 den Druck vom Arbeitsmarkt genommen, so dass die Unternehmen an ihren Arbeitskräften festgehalten und diese nicht freisetzen haben. Das hatte zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht gravierend gestiegen ist. „Wir haben noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Ich bin aber ganz zuversichtlich, dass die Anzahl der Arbeitslosen noch weiter sinken wird, wenn die Lockerungen weiterhin Bestand haben“, so Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Mit dem Verblassen des Pandemiegeschehens und die damit verbundenen notwendigen Einschränkungen, rücken die Herausforderungen, die bereits vor der Krise bestanden, wieder in den Vordergrund. Denn der Arbeitsmarkt steckt mitten im Strukturwandel. Digitalisierung, Energiewende und der demografische Wandel hinterlassen jetzt schon ihre Spuren. „Wir wollen den Wandel begleiten, in dem wir Unternehmen, Beschäftigte und Netzwerkpartnern beraten und damit auf den Veränderungsprozess vorbereiten. Das Thema Qualifizierung und Weiterbildung wird zukünftig in unseren Beratungen eine elementare Rolle spielen. Um den Personalbedarf der Unternehmen zu decken, setzen wir u. a. auf die Gewinnung von Bewerbern für die offenen Ausbildungsstellen, die Wiedereinstiegsberatung und die Fachkräftegewinnung aus dem In- und Ausland“, erklärt Narr.

Ausbildungsmarkt – gegen den Bundestrend

Trotz der Corona-Pandemie sind die Chancen für junge Menschen, die eine Ausbildung in ihrer Heimat beginnen wollen, gut. Die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt, dass der Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg sich gegen den Bundestrend entwickelt. Denn es haben sich mehr Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen wollen, in der Berufsberatung gemeldet als im Jahr zuvor. Aktuell suchen noch 415 junge Menschen einen Ausbildungsplatz ab diesem Sommer. Es gibt noch viele freie Ausbildungsstellen. So waren im Berichtsmonat Juni noch 1.028 bei den Arbeitsagenturen gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt. „Die Arbeitgeber setzen trotz der noch immer vergleichsweise unsicheren Lage weiterhin auf Ausbildung. Denn den Unternehmen ist bewusst, dass sie mit der Ausbildung von jungen Menschen in die Zukunft des Betriebs investieren“, so Narr.

Wiedereinstiegsberatung als neue Dienstleistung

Insbesondere nach längerer Auszeit ist der berufliche Wiedereinstieg ein oftmals mehrjähriger Prozess. Fachkräfte, mehrheitlich Frauen, unterbrechen für Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen ihre Ausbildung oder Berufstätigkeit und das durchaus auch für mehrere Jahre.

„Die Rückkehr der Wiedereinsteigenden erfolgt oftmals nur in Minijobs, in Teilzeit oder nicht ausbildungsadäquat. Das hat zur Folge, dass die betroffenen Frauen und Männer nicht, wie gewünscht, arbeiten. Der Fachkräftebedarf wird sich durch die demografische Entwicklung weiter verstärken. Deswegen muss es uns und allen Akteuren am Arbeitsmarkt gelingen, Wiedereinsteigenden eine beruflich angemessene Perspektive zu bieten. Mit unserer Wiedereinstiegsberaterin, Yvonne Fiedler, bieten wir eine erste Anlaufstelle für Interessierte“, beschreibt Narr die neue Beratungsleistung.

Fachkräfte aus dem In- und Ausland

Ein weiterer Baustein zur Deckung des Personalbedarfs ist, Arbeitskräfte aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland für die Region zu gewinnen.

„Seit vielen Jahren gibt es bereits die Rückkehrertage, an denen wir auch weiterhin festhalten“, so Narr. Traditionell finden die Rückkehrertage um die Weihnachtszeit statt.

Ausländische Fachkräfte – ein Modell macht Schule

Es werden u. a. in der Pflege dringend Nachwuchskräfte gesucht. Seit November 2020 werden 14 jungen Menschen aus El Salvador in Wittenberg zur Pflegefachkraft ausgebildet. Bereits im Juni fanden die nächsten Gespräche mit Unternehmen statt, um weiteren Jugendlichen aus El Salvador eine Ausbildungschance zu bieten.

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