Schützberg

Daten und Fakten

Gemarkung 1635, Gesamtfläche ca. 1104 ha

Bevölkerung

134 (Stichtag 01.06.2015)
130 (Stichtag 01.06.2016)

Geschichte/Chronik

Chronik –  Ortsteil Schützberg

Schützberg liegt ca. 12 km westlich von Jessen und wurde erstmals im Jahre 1380 erwähnt. Damals schrieb es sich noch Schueczeberg, 1406 hieß es dann Schutzeberg, 1419 Schüczeberg und seit 1492 heißt unser Ort Schützberg.

Der Name Schützberg bedeutet soviel wie „Siedlung auf einer erhöhten, durch Dämme gegen Hochwasser geschützten Stelle. Schützberg ist der Berg eines Schützen der schießt und schützt! 

Die Gemarkung des Ortes einschließlich seines Ortsteiles Kietz reicht bis zur Einmündung der Schwarzen Elster in die Elbe, erstreckt sich auch auf zwei Flächen am linken Elbufer und grenzt an die Gemarkung Klöden, Bleddin, Wartenburg, Gorsdorf, Hemsendorf, Listerfehrda und Elster.

Die höchste Erhebung ist mit 80,8 Meter der Schönberg.

Um Schützberg dominieren Tonböden und kleinere Flächen sandigen Lehms.

Mit etwa 800 ha der insgesamt  ca.1100 ha Gesamtfläche , bilden Äcker und Wiesen den größten Teil.

1575 wird Jobst von Kanne, der Besitzer des Guts Klöden, gemeinsam mit dem Hauptmann Ernst von Wettin als Besitzer von Schützberg erwähnt.

Im 13. Jahrhundert stand Schützberg noch in der Nähe vom schwarzen Damm, dort wohnten ca.6 Familien.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Ort immer wieder von Hochwassern heimgesucht und

wegen der ständigen Überschwemmungen wurde das Dorf neu gegründet und dort wo es jetzt steht aufgebaut.

Die meisten Leute die Schützberg mit aufgebaut haben, waren Kinder von Geschäftsleuten.

Um die Grundstücke aufbauen zu können, entstand eine Schotterstraße nach Jessen und Schweinitz.

1660 hatte die Elbe bei einem furchtbaren Hochwasser alle Schutzbauten zunichte gemacht.

 Im 19.Jahrhundert haben 5 Hochwasserkatastrophen den westlichen Teil des Kreises Schweinitz heimgesucht.

Am 14.03.1881 kam es zum Dammbruch bei Mauken  – Schützberg, Gorsdorf und Hemsendorf standen unter Wasser, Soldaten leisteten Hilfe.

Die Menschen retteten sich mit ihren Tieren auf eine Anhöhe und verbrachten dort eine Nacht.

Am nächsten Tag zogen sie auf den Elbdeich nach Klöden und Kleindröben.

Im Jahre 1885 hatte der Ort 398 Einwohner, 1941 waren es 297, 1990 nur noch 209 und im Jahre 2000 noch171 Einwohner.

Die Friedenseiche vor der Schützberger Kirche ist eine Besonderheit, sie ist wohl eine der schönsten und imposantesten Eichen in der Gegend. Sie wurde 1871 aus Begeisterung über den Sieg im deutsch-französischen Krieg gepflanzt.

Die Kirche mit ihrer zentralen Lage prägt im entscheidenden Maße das Ortsbild.

Der Turm der Kirche in Schützberg wurde 1792 von dem Annaburger Amtsmaurermeister Vogt erbaut, wobei die gesamte Turmkuppel 1896 neu gebaut wurde.

Das Kirchenschiff ist jedoch mindestens 500 Jahre älter.

In der Kirche  befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1611.

Das Deichhaus in Schützberg beherbergte früher Gerätschaften und bei Hochwasser, die fleißigen Leute, die über die Naturgewalt wachten, um die Dorfbewohner zu warnen.

Heute steht das denkmalgeschützte Gebäude leer.

Schützberg hat noch typische Auszugshäuser. Übergab der Bauer den Hof an den Sohn, zog er in das Nebenhaus –Auszugshaus- und verbrachte dort seinen Lebensabend.
Über Generationen wurde der Hof so weiter beerbt.
 
Die Verkaufsstelle (Konsum) wurde 1960 in Schützberg gebaut und am 31.08.1961 eröffnet.
Diese wurde dann im Jahre 1991 geschlossen.

Aus dem ehemaligen Konsum entstand 1996 das Dorfgemeinschaftshaus, welches heute von der Feuerwehr, dem Heimatverein und zu privaten Feierlichkeiten genutzt wird.

Es gab 2 Gaststätten im Ort, den Gasthof Koselka und den Gasthof Bräse, diese wurden bis in die 70er Jahre bewirtschaftet.
1987 wurde die Gaststätte Böttcher gebaut, welche dann auch von Familie Böttcher geführt wurde.
Von 2002 -2011 war die Gaststätte an Familie Sorge verpachtet, seitdem gibt es keinen neuen Pächter für die Gaststätte.

Fastnachten und Ringreiten waren schon immer Tradition im Ort.

1959 fand das letzte Ringreiten im Ort statt, dann erst  wieder im Jahre 1998 bis 2013.    

Wirtschaftlich dominierend ist die Agrargenossenschaft Elstermündung sowie Kleinunternehmen (eine TV-Elektronikfirma, ein Friseur, zwei Wiedereinrichter, Blitzschutzanlagenbau Kluge, Geschenkartikel Fretzschner, ein Fliesenleger, ein Fußbodenleger/Maler, der Carushof und Zimmervermietungen).

Im Jahre 1974 wurde im Zuge der territorialen Änderungen im Kreisgebiet die Eingemeindung der Gemeinde Schützberg nach Klöden durch den Kreistag beschlossen.

In einer Unterschriftensammlung der Bürger wurde 1989 der Wille zur Selbstständigkeit bekräftigt, seit13.04.1993 ist Schützberg ein selbstständiger Ort.

Schützberg gehörte ab 01.01.1994 zur Verwaltungsgemeinschaft Elbaue-Fläming, jetzt Stadt Zahna-Elster.

2008 wurde bei einer Bürgeranhörung mit 87,9 % für die Eingemeindung nach Jessen gestimmt.

Der Weg zur freiwilligen Eingemeindung von Schützberg in die Stadt Jessen zum 01.01.2010 blieb jedoch verwehrt.  

Somit wurde der Ort Schützberg der Stadt Jessen zum 01.01.2011 als  Ortsteil zugeordnet.

Im August 2002 wurde Schützberg hart vom Wasser der Jahrhundertflut betroffen, der Ort und Kietz waren total überflutet.

Der Schaden wurde rund auf 2,6 Mill. € davon 850.000 € im öffentlichen Bereich geschätzt.

Nach dem Jahrhunderthochwasser sanierte man über das Programm „Ländlicher Wegebau“ Trassen um Schützberg herum.

Als kulturelle“ Motoren“ im Ort gelten der Heimatverein und die Feuerwehr.

Sie organisieren das Heimatfest am 1.Wochenende im August, den Weihnachtsmarkt sowie Feuer zur Walpurgisnacht und im Herbst und die Halloweenparty für die Kinder.

Jährlich findet unter der Organisation des Heimatvereins eine Rentnerweihnachtsfeier und eine Kremser/Rad – oder Busfahrt für alle Einwohner im Juni jeden Jahres statt.   

Die Männerfastnacht gehörte bis 2013 ebenfalls dazu, wie das Ringreiten bis 2013.

Freizeitsportler spielen Fußball und Volleyball auf dem eigenen Sportplatz von Schützberg.

1999 erhielt die Feuerwehr Schützberg ein neues Fahrzeug.

2000 wurde die neue Trauerhalle übergeben.

2003 erhielt der Sportplatz Rollrasen.

Die Chronik des Ortes umfasst schon 12 Ordner und wurde in 3 Jahren von der  Ortschronistin Sabine Weiß erarbeitet und wird fortlaufend ergänzt.

Das Wappen des Ortes wurde von dem Leipziger Heraldiker Jörg Mantzsch entworfen und diente ab 09/2009 als Dienstsiegel.

Die Schützberger Flagge  wurde am 02.10.2010 Feierlich eingeweiht und wird zu festlichen Anlässen, wie das Heimatfest gehisst.

Ortsteilbeirat-Vereine-Ehrenbürger-Partnerschaften

Ortsteilbeirat

Andreas Oesteritz (Vorsitzender)

Silke Halwas

Jens Nitzsche