Mügeln / Glücksburg

Daten und Fakten

Gemarkung 1649, Gesamtfläche ca.4387 ha

Bevölkerung

316 Mügeln (Stichtag 01.06.2015)
307 Mügeln (Stichtag 01.06.2016)
289 Mügeln (Stichtag 01.06.2017)
 
13 Glücksburg (Stichtag 01.06.2015)
12 Glücksburg (Stichtag 01.06.2016)
12 Glücksburg (Stichtag 01.06.2017)

Geschichte/Chronik

Mügeln wurde urkundlich das erste Mal 1431 als „Mogele" erwähnt. Der Name ist aus dem altsorbischen „Mogyla" - Siedlung auf einem Hügel abgeleitet. Es gehörte von alters her zur Herrschaft Seyda, die die Schenken von Landsberg besessen haben. Ab 1366 steht das ganze Gebiet unter sächsischer Lehnshoheit. 1501 kaufte Friedrich der Weise die Herrschaft Seyda für 20.000 Gulden. Seyda mit den umliegenden Dörfern, wozu auch Mügeln gehörte, wurde sächsisches Amt.

Die wirtschaftliche Entwicklung ging sehr langsam voran, denn sie wurde immer wieder durch Missernten, Krankheiten und Kriege gehemmt und unterbrochen. Die Kriegsgeschehnisse belasteten die Dörfer unterschiedlich. Mügeln war u. a. durch die Hussitenkriege, den Schmalkaldischen Krieg 1546/47 und vor allem dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 betroffen. Auch im Befreiungskrieg von 1813 waren in der Nähe von Mügeln, in Gölsdorf und Dennewitz, größere Schlachten. Bis 1815 gehörte Mügeln zum Kurfürstentum und späteren Königreich Sachsen. 1816 musste das Königreich Sachsen auf Beschluss des Wiener Kongresses seine nördlichen Teile an Preußen abtreten. Mügeln kam mit dem größten Teil des Amtes Seyda zum neugebildeten Kreis Schweinitz im Regierungsbezirk Merseburg, der preußischen Provinz Sachsen. Durch die preußischen Reformen kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung. Die Leibeigenschaft (Erbuntertänigkeit) wurde aufgehoben und die Selbstverwaltung der Dörfer eingeleitet. Die Gründung des deutschen Zollvereins und die Gewerbefreiheit waren anregend auf die örtliche Wirtschaft. Neben dem Haupterwerbszweig der Land- und Forstwirtschaft wurden auch andere Gewerbezweige verstärkt entwickelt. Die ältesten Gewerbebetriebe im Dorf sind die Dorfschmiede und die Windmüllerei. Die kurfürstliche Genehmigung zu Bau und Inbetriebnahme einer Windmühle wurde im Jahre 1719 gegeben. Die Schmiede bestand zu diesem Zeitpunkt bereits. Weiterhin gab es eine Grützmühle, eine Ölstampe, die am 12.12.1898 durch einen Brand zerstört wurde, eine Stellmacherei, die 1844 eröffnet wurde und rund 100 Jahre in Betrieb war. Im Jahre 1884 wurde eine zweite Stellmacherei und eine Dampfschneidemühle gegründet. Die Schankwirtschaft Nr. 1, die mit dem Lehnsrichteramt verbunden war, wurde 1878 durch eine zweite Gastwirtschaft ergänzt. Bäckerei und Schuhmacherei bestanden seit 1900, sie existieren heute nicht mehr. Die Fleischerei wird seit 1910 betrieben. Die Verhandlungen über die Separation der Gemeindeflur in Mügeln wurden 1855 abgeschlossen und auch dadurch sind die wirtschaftlichen Verhältnisse sowohl für den einzelnen Besitzer wie auch für die Gesamtheit viel besser geworden. Durch die Abfindung, welche die Gemeinde von Seiten der Forst für die Ablösung der bisherigen Nutzungsrechte erhielt, hat die Gemeinde Mügeln 200 Morgen Land dazu bekommen, welches als persönliches Eigentum aufgeteilt wurde. Auch das Dorfbild änderte sich. Den Dorfkern bildeten 35 Gehöfte. 1850 waren es 70 und 1900 - 100 Häuser. 1920 wurde Mügeln an das Stromnetz angeschlossen. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde abermals durch Kriegsereignisse des 1. und 2. Weltkrieges gestört.

Nach dem 2. Weltkrieg bleibt die Verwaltungsstruktur der Provinz Sachsen im neu gebildeten Land Sachsen-Anhalt erhalten. Lediglich erfolgte im Zuge einer gesetzlichen Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen durch Verordnung der Landesregierung vom 09.06.1950 eine Umbenennung des Kreises Schweinitz in Kreis Herzberg, wo sich der Verwaltungssitz des Kreises von Anfang an befunden hat. Im Jahre 1952 wurde eine Verwaltungsreform durchgeführt und Mügeln kommt zum Kreis Jessen im Bezirk Cottbus.

Am 01.05.1974 wird Glücksburg in Mügeln eingemeindet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 kehrt auch Mügeln wieder zum Land Sachsen-Anhalt zurück. Seit dem 01.08.1992 bildet Mügeln eine Verwaltungsgemeinschaft mit Jessen. Auf Beschluss der Gemeindevertretung von Mügeln erfolgt eine Neugliederung und Mügeln ist seit dem 01.01.1993 ein Ortsteil von Jessen. Mügeln hat eine Gemarkungsfläche von 4.387 ha . Zum Gebiet Mügeln gehört fast die gesamte Glücksburger Heide.

Zur Geschichte von Glücksburg und der Glücksburger Heide

Die Glücksburger Heide - ehemals Jagdgebiet der Sächsischen Kurfürsten - liegt am Südrand des Flämings. Das heute so bezeichnete Territorium umfasst insgesamt 6.850 ha.

Historisch gesehen handelt es sich dabei um die alte „Landesherrliche Seydaer Heide". Im Jahre 1501 hatte Kurfürst Friedrich der Weise die Stadt Seyda und sein Schloß am Rande der Heide für 20.000 Gulden erworben. Das Seydaer Schloss wurde zerstört, und Kurfürst August I. von Sachsen ließ aus den Resten des Schloßes inmitten des Seydschen Forstes von 1576 - 1580 das Jagdschloß Glücksburg errichten.

Der Wildreichtum der Heide wurde immer wieder zur Belustigung der Fürsten, Kurfürsten und Edelleute genutzt. August der Starke weilte des Öfteren zur Jagd auf der Glücksburg. Auch seine zweite große Geliebte Gräfin Aurora von Königsmark hielt sich oft auf der Glücksburg auf. Es ist anzunehmen, dass das Schloß Glücksburg ein Geschenk Augusts des Starken an sie war, denn es wird in alten Akten oft vom Schloß der Gräfin Königsmark gesprochen. Die ausgedehnten Jagdausflüge verschlangen Unmengen an Geld, man musste nach neuen Einnahmequellen suchen. So gab schon 1677 Kurfürst Johann Georg dem Alchimisten Johann Kunkel von Löwenstern den Auftrag, Gold herzustellen. Die Erfolge blieben aus. Stattdessen erfand Kunkel vermutlich das „Rubinglas" auf der Glücksburg. Über 75 Jahre wurde in der Glasfabrik neben der Glücksburg Glas hergestellt, bis 1751 der Betrieb wegen zu hohem Kostenaufwand eingestellt werden musste.

Das Schloß Glücksburg ist wahrscheinlich im Siebenjährigen Krieg zerstört worden. Es wurde ruhig um die Glücksburg und die Glücksburger Heide. Offenbar ist danach das Schloß völlig verfallen und zum großen Teil abgetragen. Im verbliebenen Rest errichtete die königliche Forstverwaltung Anfang des 19. Jh. die Oberförsterei Glücksburg.

Die militärische Nutzung der Heide begann 1936 zunächst durch die deutsche Luftwaffe. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Glücksburger Heide von den Sowjetischen Streitkräften als Übungsgelände genutzt. Um die negativen Folgen der fast 60-jährigen militärischen Nutzung zu beseitigen und die Heide wieder für Erholungszwecke zu erschließen, wurde mit dem Bau von Radwanderwegen rund um die Glücksburger Heide durch Beschäftigte einer ABM unter Leitung des Landratsamtes Jessen begonnen. Die touristische Erschließung der gesamten Gegend liegt jetzt in den Händen der Kommunen und wird mit Hilfe von Fördermitteln fortgesetzt. Das entstandene Wegenetz entwickelt sich zu einem Anziehungspunkt für Naherholungssuchende und Radwanderer. Die umliegenden Ortschaften sind gut in das Netz eingebunden.

Weitere historische Gegebenheiten entnehmen Sie bitte in der Rubrik Umgebung aus Glücksburger Heide.