Holzdorf / Kremitz

Daten und Fakten

Gemarkung 1630, Gesamtfläche ca.1198 ha Holzdorf

Bevölkerung

931 Holzdorf (Stichtag 01.06.2015)
1029 Holzdorf (Stichtag 01.06.2016)
1101 Holzdorf (Stichtag 01.06.2017)
 
59 Kremitz (Stichtag 01.06.2015)
61 Kremitz (Stichtag 01.06.2016)
59 Kremitz (Stichtag 01.06.2017)

Geschichte/Chronik

Die Entstehung von Holzdorf geht auf umfangreiche Holzeinschlagarbeiten der Mönche des Klosters Calbe/Saale zurück.

Das Kloster betrieb einen ausgedehnten Holzhandel und versorgte die holzarme Gegend an der Saale und Elbe, besonders im Raum Magdeburg, mit Bauholz. Als Außenstelle wurde im heutigen Mönchenhöfe ein „Hof der Mönche“ errichtet, von dem der Holzeinschlag ausging. Erste Ansiedlungen werden im 12./13. Jahrhundert vermutet, die erste urkundliche Erwähnung von Holzdorf stammt aus dem Jahr 1419.

Das geschlagene Bauholz wurde über die Kremitz, die Schwarze Elster und die Elbe u. a. bis nach Magdeburg geflößt. Menschen aus anderen Gebieten kamen hinzu, um sich beim Holzeinschlag ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als erste Behausungen werden einfache Schutzhütten errichtet worden sein, welche auf dem Grundstück der Gaststätte „Unter den Linden“ gestanden haben könnten. Um diese Hütten wurden dann weitere Häuser gebaut und das „Dorf im Holze“, also unser Holzdorf, entstand.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrfach geplündert und 1637 vollständig niedergebrannt. Nur allmählich entstanden wieder Gehöfte und dörfliches Leben, eine Kirche konnte erst nach ca. 20 Jahren neu gebaut werden.

Einen deutlichen Aufschwung erlebte der Ort Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Jüterbog-Falkenberg-Riesa-Dresden. Als eine der ersten Strecken in Deutschland wurde die Bahnlinie und das Bahnhofsgebäude 1848 eröffnet.

Vor der Wende bestand der Ort aus dem Kerndorf Holzdorf, dem Wohngebiet Holzdorf-Ost, dem Ortsteil Kremitz  (bereits 1991 beschloss die kleine Gemeinde Kremitz, ca. 2 km von Holzdorf, sich als Ortsteil anzugliedern) und ist seit 2004 ein Ortsteil der Stadt Jessen. Mit der Verlagerung des NVA-Flugplatzes Cottbus nach Holzdorf 1982 wurde das Wohngebiet Holzdorf-Ost errichtet, welches neben ca. 400 Wohnungen in Plattenbauweise auch eine Kindertagesstätte, eine Schule, eine Gaststätte und diverse Versorgungseinrichtungen erhielt.

Nach der Wende 1989/90 wurde der Flugplatz ein Fliegerhorst der Bundeswehr und ist mit seinen ca. 400 Zivilbediensteten der größte Arbeitgeber der Region.

Holzdorf ist ein lang gestrecktes Straßendorf an der B 187 (typische flämische Ortsgründung) sowie an der DB-Strecke Berlin-Jüterbog-Falkenberg gelegen. Eine evangelische Backsteinkirche aus dem 19. Jahrhundert prägt das Ortsbild, eine relativ neue katholische Kirche von 1954 wurde im Jahr 2004 abgerissen, weil es hier keine katholische Gemeinde mehr gibt.

Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben sind alljährlich die anspruchsvollen Veranstaltungen des Karnevalklubs, das Backofenfest, Nikolausabend für Kinder, ein Sport- und Fußballturnier der Jugend jeweils am 1. Mai und andere Veranstaltungen des Heimatvereins.

Naturfreunde finden um Holzdorf Ruhe und Entspannung in der ausgedehnten Wald- und Auenlandschaft der Schwarzen Elster und der Kremitz. Häufig stößt man hier auf Spuren des Elbebibers.

Badespaß finden Wasserfreunde am Brandiser Badeteich und an der Rieke im nahen Premsendorf.

 

 

 

Wappen-Flagge-Logo-Slogan

Erklärung:

Holzdorf besitzt ein eigenes Wappen, das Bezug nimmt auf Holzeinschlag und die Entstehung des Ortes. Auf grünem Hintergrund ist in einem weißen Wappen eine Eiche und eine Axt dargestellt. Au einer gelben Schleife ist der Ortsname und die erste Erwähnung 1419 dargestellt. Die Flagge ist einfarbig grün und zeigt das gleiche Wappen.

Ortsteilbeirat-Vereine-Ehrenbürger-Partnerschaften

Ortsteilbeirat

Marion Kluge (Vorsitzende)

Reik Romanus

Bärbel Potrafke

Uwe Gäbelein

Karsten Rohnke

Alfred Lehmann

Christian Scholz