Die Familie Hennig von Jessen

Die nachfolgenden abgebildeten Gemälde und Dokumente können seit 2017 in einer Ausstellung im Jessener Schloss besichtigt werden.
Dauerleihgabe:
Dr. jur. Wolfgang und Angelika Vogel-Claussen, Bonn
(Nachfahren der Familie Hennig)

Nobilitationsurkunde für den kaiserlichen Hauptmann Moritz Hennig von Jessen
- verliehen von Kaiser Karl V.  und ausge-stellt in Brüssel am 05. Mai 1556 - im 36. Jahr der Herrschaft des Kaisers
(siehe Nr. 11)
(Original im Staatsarchiv Wien)

Mit dieser Urkunde verleiht Kaiser Karl V.
seinem Hauptmann Moritz Hennig von Jessen den erblichen Adel und erhebt ihn in den ritterlichen erblichen Adelsstand – zum Dank und Anerkennung für 20 Jahre Kriegsdienst. So hat Moritz Hennig von Jessen dem Kaiser in allen wesentlichen Feldzügen und Schlachten zur Seite gestanden. In der Schlacht von Algier soll er dem Kaiser mit seinen deutschen Landsknechten das Leben gerettet haben.

Moritz Hennig von Jessen wird in der Urkunde beschrieben als „aufrecht, redlich, getreulich und gespart seins Leib und Vermogens“ – also seinen Leib und sein Vermögen einsetzend.
(Verfasser: Dr. jur. Wolfgang Erasmus Vogel-Claussen)

Die Familie Hennig von Jessen (2)

Im Jahre 1777 kaufte Johann Christian Hennig das Schloss Jessen.
Es blieb bis zum Jahr 1837 im Besitz der Familie Hennig.

Die Familie Hennig von Jessen (3)

Christian Gottfried Hennig von Jessen
* 24.02.1703 in Jessen
+ 24.03.1780 in Gera

Kommerzienrat und Senior der Geraer Kaufmannschaft
Sohn vom Kirchenvorsteher Christian Hennig von Jessen
Seine Nachkommen betrieben in Ronneburg eine mechanische Weberei

Die Familie Hennig von Jessen (4)

Christian Gottfried Hennig und Christiane Sidonie Hennig geb. Graef
mit kleiner Tochter vor der Büste des Hofpredigers Graef anno 1793

Gemälde des Porträtmalers Johann Friedrich Leberecht Reinhold

Die Familie Hennig von Jessen (5)

Bild 1 -  Alfred Walter Hennig                           
             * 10.03.1879 Ronneburg
             + 22.07.1950 Hameln
             Nachfahre von Moritz Hennig     
            (siehe Nr. 1) und von Christian     
            Gottfried Hennig (siehe Nr. 3)

Bild 2 – Alfred Walter Hennig mit   
             Ehefrau Dorothea
             (siehe Nr. 10)

Bild 3 – Dorothea Hennig vor ihrem
             damaligen Haus in Paris   
             anno 1902 (siehe Nr. 10)

Die Familie Hennig von Jessen (6)

„Vocabularium Venedicum“ von 1711
Autor: Christian Hennig von Jessen  9
(Urschrift im Besitz der Niedersäch-sischen Landesbibliothek Hannover)
Zum überlieferten Kulturgut der Obodriten gehört das vom evangelischen Pfarrer Christian Hennig von Jessen (1649 – 1719) verfasste Buch „Vocabularium Venedicum”, das er 1711 beendete, und das darin aufgezeichnete Vogelhochzeitslied
„Katü mês Ninak bayt?”.

Es ist das einzige in drawehnopolabischer Sprache aus dem Hannoverschen Wendland erhalten gebliebene Lied. Hennig notierte, es sei „Ein Lied, welches die Wenden singen, wenn sie in Gesellschaft bisweilen lustig sind”. (Quelle: Wendisches Museum Cottbus)

Die Familie Hennig von Jessen (7)

Taufstein in der Jessener Pfarrkirche St. Nikolai
Stifter: Joachim Hennig anno 1662
(siehe Nr. 8)

Verse aus der Bibel sind umlaufend zu finden: Sacharja 13,1; Hebräer 10,22;
1. Petrus 3,21; Apostelgeschichte 2,38
Brustbild beider Stifter mit der Inschrift:
„d. 21. August AO 1662“ die Taufe.

Die Familie Hennig von Jessen (8)

Joachim Hennig  * 1617   +1672                                             
Bürgermeister in Jessen 1662/1663 und 1666
Ehefrau Margaretha Hennig geb. Köselitz
* 1611    + 1681

Brustbild beider Stifter auf dem Taufstein
in Vergrößerung      (siehe Nr. 7)
Text: „Der wohl Ehrenveste Hochachtbare undt Wohlweise Herr Joachim Hennigk Churfl. durchl. zu Sachsen verordneter Steuer Einnähmer, Burgermeister und Ampts Richter in Jessen, Nebst seiner Ehefrauen, Fr. Margarethen geborene … haben Gott zu Ehren diese Tauffe auff ihre Unkosten machen fertigen lassen.“

Die Familie Hennig von Jessen (9)

Christian Hennig von Jessen
* 30.11.1649 in Jessen
+ 27.09.1719 in Wustrow

Studium der Theologie an der Universität in Wittenberg;
ev.-luth. Pastor in Wustrow im Hannoverschen Wendland;
Grabmal und Originalgemälde von 1716 (vom Porträtmaler Johann Bernhard Siemerding) befinden sich in der St. Lorenz-Kirche in Wustrow;
Autor des „Vocabularium Venedicum“
von 1711
(siehe Nr. 6)

 

Die Familie Hennig von Jessen (10)

Dorothea Hennig geb. Lohmann
* 22.06.1887 in Hameln  
+ 21.08.1979 in Hameln

Ehefrau von Alfred Walter Hennig
(siehe Nr. 5)

Gemälde anno 1911 des deutschen Kunstmalers Julius Domschat aus Essen

Die Familie Hennig von Jessen (11)

Kaiser Karl V.
* 24. Februar 1500 in Gent
+21. September 1558 in Extremadura

1530 Krönung zum Kaiser

Karl V. verstand sich als Friedenswahrer in Europa und als Verteidiger sowie Reformator der römisch-katholischen Kirche.
Er führte zahlreiche Kriege – drei seiner Gegner waren Frankreich, die Osmanen und Martin Luther.

Nach seinem Sieg bei Mühlberg über den Bund der evangelischen Fürsten zog er am 26. Mai 1547 in Wittenberg ein und besuchte das Grab von Martin Luther.

1556 Rücktritt – sein Herrschafts-gebiet wird geteilt – dadurch spaltete sich das Haus Habsburg in eine spanische und eine österreichische Linie