Seyda

Seyda
Foto: Seyda
Eine kleine Chronologische Übersicht:
1235 Erstmalig wird ein Ritter von Sydom auf einem großen Ritterfest zu Würzburg in Süddeutschtand unter den Freiherren mit aufgezählt.
1268 Die Herzöge Johann I und Albrecht II von Sachsen überweisen dem Frauenkloster Plötzke vier Hufen Landes zu Berwitz.
Unter dieser noch vorhandenen Urkunde unterzeichnet mit 5 anderen Herren ein Annone de Sidau (Annone von Seyda) - damit wird Seyda erstmalig urkundlich erwähnt. Vermutlich flämische Ansiedler.
1414 Die Tochter des Albrecht, Schenk von Landsberg und Herr zu Sydow, Elisabeth von Quitzow (verheiratet mit Dietrich von Quitzow, dem gefürchteten Raubritter der Mark Brandenburg) zog mit ihren beiden Söhnen, Dietrich und Johannes auf
Schloß Sydow = Seyda.

 

1459 Das zum sächsischen Kurkreis gehörende Amt Seyda wurde vorn Landesherrn als erledigtes Lehen eingezogen. Von da an war Amt Seyda örtliches Organ zur Wahrnehmung der Lehn, gerichts-  und grundherrlichen Hoheit des Kurfürsten von Sachsen. Ein Amtmann tat diesen Dienst als lokaler Vertreter des Landesherrn.
1501 Kaufte der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen Schloß und Herrschaft Seyda für 20 000 Gulden von den Schenken von Landsberg, und ein kurfürstlicher Amtmann bezog die Schloßgebäude.
1528 Martin Luther zur Kirchenvisitation in Seyda.
1555 Aus Visitationsurkunden: "Seyda: Das stedtlein hat 40 wirt, darunter 7 ackerleut" mit 2 Dörfern: Morchsdorff (auch Morgendorf genannt), Lutchen Seyda (auch Lucken Seidow genannt), Schadewalt und Melnitz (früher selbständige Pfarrei).
1589 Gründung der Schützengilde (Jahreszahl auf einer Schießscheibe).
1605 Amtshaus erbaut
1605 Am 30. Mai gingen beim großen Brand 43 Häuser in Flammen auf.
1648 Nach dem dreißigjährigen Krieg war der kurfürstliche sächsische Amtsschösser mit der schwierigen Aufgabe des Wiederaufbaus des "Städtleins Seyda und der angelegenen Dörfer" betraut.
1708 Am 28. August verursachte der Jägerbursche Theodorus Eberwein mit einem Schuß auf einen Vogel einen großen Stadtbrand. In 3 bis 4 Stunden sank ein Drittel des Städtchens in Schutt und Asche, darunter Kirche, Superintendentur, Diakonat, Schule und an 22 der besten Bürgerhäuser.
1795 Am 14. August letzte Hinrichtung am Galgen auf dem "Weinberg" Richtung Morxdorf. Der Schmied Friedrich Weßlau, gerädert, weil er im Jahre zuvor einen alten Mann zwischen dem Schweinitzer Damm und der Nonnenheide erschlagen hatte.
1813 Bei dem Gefecht, welches der Schlacht bei Dennewitz (Befreiungskriege von napoleonischer Fremdherrschaft 1806-1813) vorherging, fielen in den Gärten von Seyda nachmittags um 5 Uhr die letzten Schüsse.
1815 Der Wiener Kongreß nach den Befreiungskriegen Preußens und seiner Verbündeten gegen Napoleon bestimmte, daß Sachsen wegen seines Kampfes auf französischer Seite mehr als ein Drittel seines ganzen Landes an Preußen abgeben mußte.
So wurden die Ämter Schweinitz, Schlieben und Seyda zum Kreis Schweinitz zusammengeschlossen und Preußen zugeschlagen.
1830 Bürgermeister Karl Alexander Heinrich Ruperti, vorher Königl. Amtmann und General-Pächter der Königl. Domäne Seyda. Die Domäne wird an den größten Teil der hiesigen Einwohner erst im einzeInen, dann im ganzen mit Gebäuden für 20 500 Taler verkauft. Die Hutung, war eingezogen und noch eine Steuer von jährlich 160 Taler aufgelegt. Die Stadt vergrößert sich durch den Verkauf von Baustellen; bisher waren nur 105 Häuser.
1835 Die Domäne Seyda wurde aufgelöst und parzelliert, den Verkauf leitete Justizkommissar Robertie mit Hinzuziehung von 8 Seydaer Bürgern.
1848 Große Hungersnot, die Leute mußten nach Jüterbog Brot kaufen, kein Müller und Bäcker hatte Vorräte.
1856 Neuer Kirchturm angebaut.
1856-1859 Separation, Anlegen von Abflußgräben zur Entwässerung der Flächen.
1933 Der Arbeiter-Radfahrverein Seyda wird als staatsfeindliche Organisation deklariert - sein Vermögen wird beschlagnahmt. 3. September - Glockenweihe in der Kirche, zu Seyda. Dezember - Meineidsprozeß gegen Bürgermeister Wienecke (Sozialdemokrat).
1936 Bürgermeister Ohls, Arzt Dr. Kuithan, Zahnarzt Dr. Oskar Hewert, Dr. Klara Nekwasil, Tierarzt Ewald Krück, Hebamme Hedwig Göricke, Pfarrer
unbesetzt, verwaltet von Prädikant Hagendorf, Lehrer Brantin, Schmalz, Zierke, Gendarmerie Hauptwachtmeister Breitenbach, Försterei Hübner.
1938 Errichtung des Reichsarbeitsdienstlagers in der Jüterboger Straße um Ortsausgang nach Morxdorf.
1939-1945 77 Söhne und Väter ziehen als Soldaten in den Krieg und kehren nicht zurück. Durch die Kriegswirren und -folgen verlieren etwa ein Dutzend Seydaer Zivilpersonen auf tragische Weise ihr Leben.
1945 19. Februar - Absturz eines Flugzeuges vom Typ AR 96 während eines Übungsfluges vorn Feldflughafen Mark-Zwuschen, ca. 200 m nordöstlich vom Reichsarbeitsdienstlager. 20. April - letzter Fliegeralarm. Die Rote Armee kommt aus Richtung Jüterbog und Dahme in die Stadt. Bürgermeister Kaatz, Christoph Kunze und Karl Käßner gingen den einmarschierenden Truppen in der Jüterboger Straße/Kreuzung Glücksburger Straße mit weißer Fahne entgegen und signalisierten so die kampflose Übergabe der Stadt Seyda. Daraufhin mußten alle 3 ihre Stiefel ausziehen und den Russen übergeben. Wie viele Umsiedler hier nach dem Krieg wohnten, ist nicht bekannt. Der Schulchronik ist zu entnehmen, daß 1934 173 Kinder die Schule besuchten, 1944/45 gingen 381 Kinder in die Seydaer Schule (davon 74 Flüchtlings- bzw. Umsiedlerkinder), die insgesamt von 5 Lehrern unterrichtet wurden.

Seyda - Die bunte Stadt am Flämingrand

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