Rade

Geschichtliches und Herkunft des Ortes

 

Rade liegt in Urstromtal der Elbe, welches früher an die Jessener-Berge und Dübener-Heide uferte. Man muss sich eine Landschaft mit vielen kleinen Gewässern, Tümpeln und Fließen vorstellen, die
je nach Wasserführung des Hauptstromes eine Wasserfläche bildete, aus der nur einzelne Erhöhungen in Form von Inseln herausragten. Es entstand die berühmte Elbaue. Unser Dorf liegt in einer Tiefebene rechts der Elbe und links der Schwarzen Elster. Ungefähr 8 km oberhalb der Elstermündung. Diese Tiefebene wird Elbe–Elsteraue genannt.
Die Lage des Dorfes ist ungefähr 70 m über den Meeresspiegel.

 


Natur pur

 


überschwemmte Elbwiesen

um 1346 wurde Rade das erstemal „urkundlich“ von den Wettinern erwähnt

viele Orte des Kurfürstentum Sachsen wurden 1632 von den Soldaten des Schwedenkönig, Gustav Adolf, in einem Racheakt in eine Wüste verwandelt

viele Orte wurden damals zum größten Teil eingeäschert

zwischen 1646 und 1670 trat zum ersten mal eine neue Bevölkerung auf, deutsche und slawische Namen

in den kommenden Jahren hatten sich viele große Höfe und Wirtschaften herausgebildet

Anfang des 18. Jh. und im 19 Jh. wurden die seit Jahrhunderten unveränderten Höfe mit
ihren Grundstücken geteilt

eine der nächsten Umschichtungen der Bevölkerung erfolgte in den Jahren 1945 – 1946 als die Schule am 1. Sept. 1945 wieder öffnete

damals wurden 83 Kinder im Ort gezählt, die Zahl nahm in den folgenden Jahren wieder drastisch ab

1961 gab es die ersten selbstständigen arbeitenden Landwirte, andere Betriebe waren schon 1958 einer Genossenschaft vom Typ I oder Typ III beigetreten

nach dieser Zeit teilte sich die Genossenschaft in zwei Sektoren einmal die Pflanzenproduktion und die Tierproduktion

einige Jahre später folgte die Umwandlung zum Saatbaubetrieb „Otto Grotewohl“ mit ihrem Sitz in Rade

es war einer der besten Betriebe der damaligen DDR, spezialisiert auf Saatgutvermehrung von Futterpflanzen und Gemüse.

aktueller Einwohnerstand von Rade 2002 liegt bei 193

 

Aus der Geschichte unseres Dorfes

Der Name Rade kommt von Roden, weil die Feldmarkt hier früher stark mit Eichen und Rüstern bewachsen war und alles gerodet werden musste. Die Feldmarkt war ¼ Ackerland und ¾ war Weideland oder Eichen- und Rüsternwald. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Rade auch sehr stark mitgenommen. Es blieben nur wenige Häuser stehen. Das Vieh konnten die Bauern gut verbergen in den umfangreichen Waldungen. Im Jahre 1837 wurde die Feldmarkt gemeinschaftlich bewirtschaftet. Das Vieh wurde zusammen gehütet. Es war im Dorf 1 Kuhhirt, 1 Pferdehirt und 1 Schweinehirt angestellt. Um diese Zeit mussten die Bauern aus Rade noch Frondienste auf dem Vorwerk Rettig leisten. Im Jahre 1895 wurden die Frondienste aufgehoben. Unser Dorf wurde früher von sehr starken Überschwemmungen heimgesucht. Vor allem in den Jahren 1771 und 1827 war es sehr schlimm. 1852 war Rade durch ein schweres Hagelwetter betroffen. Und 1881 war wieder ein folgenschwerer Elbdammbruch genau wie im Jahr 1890. Die vorletzte Überschwemmung in unserem Gebiet war 1926 und das aktuellste Hochwasser war im August 2002.


Gaststätte 1925

 


Dorfschule 1914

 

 

Gewerbebetriebe von Rade (stand von 2002)

 

Allianz Versicherungsagentur, Torsten Emmerrich
Fördergenossenschaft Verarbeitung und Vertrieb e.G. Rade
Fuhrunternehmen,  Peter Neumann
Stallanlagenbau, Roland Adam
Staramag GmbH         staramag@t-online.de
Wegebau Rade         www.wegebau-rade.de
Schwäbisch Hall, Mario Fromm         mariofromm@t-online.de
Kuhlee & Klausa Landtechnik GmbH        kuhlee_klausa_landtechnik@t-online.de
Landschaftspflege und –bau Jochen Kühn GmbH
Hildebrandt & Hildebrandt GbR – Landwirte (Rinderherdbuchzucht – Mutterkuhherde)
Pötzsch, Uwe & Manfred -Landwirte
Mölbitz Roland & Herbert - Landwirt
Knieling, Hans-Ulrich – Landwirt
Computertechnik Kaiser
Mundartliche Wörter und Ausdrücke unserer Gegend

 

Latschen   -   Pantoffeln

Kerschte   -   Brotrinde

Bemme   -   Schnitte, Brot

Därre   -   klein, niedlich

pliechen   -   pflügen

Kiehe   -   Kühe

Knullen   -   Kartoffeln

Hulle   -   Kopftuch

Bonnen   -   Boden

Bläke   -   Zunge

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