Das ländlich geprägte Neuerstadt gehört zur Stadt Jessen (Elster),
Landkreis Wittenberg im Bundesland Sachsen-Anhalt. Neuerstadt hat innerhalb des
Landes Sachsen-Anhalt und des Landkreises Wittenberg eine östliche Randlage und
grenzt an der nur 1,4 km von der Ortslage entfernt liegenden Bundesstraße 101
an das Land Brandenburg. An die 673 ha große Gemarkung Neuerstadts grenzen die
Fluren von
· Hartmannsdorf östlich
· Buschkuhnsdorf südöstlich
· Reicho südlich
· Kleinkorga südwestlich
· Linda (Elster) nordwestlich.
Die Entfernungen von Neuerstadt betragen:
· nach Jessen (Grundzentrum mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums): 15 km
· nach Holzdorf: 6 km
· nach Wittenberg (Kreisstadt und Mittelzentrum): 38 km
· nach Berlin (Bundeshauptstadt): 110 km
Verkehrstechnisch ist Neuerstadt gut erschlossen durch die
Straßenverbindungen:
· in nordwestlicher Richtung nach Linda (Elster): 4,0 km
· in nordöstlicher Richtung zur B 101: 1,4 km
· in südwestlicher Richtung über Kleinkorga weiter zur B 187: 6,0 km
· in südöstlicher Richtung über Buschkuhnsdorf nach Holzdorf an der B 187:
6,0 km
· den nächsten Übergang zum Bahnhof Linda (Elster) der Eisenbahnlinie Berlin -
Jüterbog - Holzdorf - Falkenberg sowie durch den Anschluss an den OPNV durch
eine Buslinie
Neuerstadt wurde vor über 600 Jahren zunächst in der Siedlungsform eines Rundlings gegründet , der später zum Angerdorf ausgebaut wurde.
Seit dem 18. Jahrhundert erfolgte durch die Besiedlung der südlichen und nordwestlichen Dorfeingänge eine Ausweitung der Ortslage.
Charakterisiert wird die Ortslage Neuerstadt durch den Dorfanger mit seiner erhaltenen weitgehend natürlichen Gestaltung durch Rasen, alten Baumbestand, Dorfteich, Grünstreifen, Denkmal für die Gefallenen des I. und II. Weltkrieges. Neuerstadt hat keine Dorfkirche.
· Hofanlagen, überwiegend als Durchfahrtsgehöfte mit schonen, großen
Toreinfahrten angelegt und mit zum Anger bzw. zur Straße ausgerichteten
Wohngebäuden,
· eine straßenbezogene Bebauung mit überwiegend eingeschossigen
Wohngebäuden, traufständiger Gebäudestellung und ausschließlich durch das
Satteldach geprägten Dachlandschaft; neben Putzfassaden und verbreitetem
Feldstein- oder Feldstein-/Klinkersockel,
· vier Ortseingänge mit Gestaltungsbedarf, vor allem für den südöstlichsten
und südwestlichsten Ortseingang.
Entwicklungsdaten zur Siedlungsgeschichte
1377
früheste Nennung Neuerstadts - wahrscheinlich neuer Wohnsitz früher Siedler
aus dem niederdeutschen Sprachraum. Damals geschrieben: Nyenstat. Wahrscheinlich
aus dem Niederländischen stammend, mit der Deutung: "Siedlung an neuer
Stätte".
1437
Schreibweise Nyenstadt
1510
* Schweinitzer Erbbuch sagt aus, das Naustadt 10 Hüfner hatte
* Bis zum Jahr 1510 ist der Besitz der Bauernhöfe namentlich feststellbar für
die Höfe mit den Nummern 1, 3, 4, 12, 13, 14, 15, 17
1618-1648
Dreißigjähriger Krieg
Einwohnerzahl des mitteldeutschen Raumes wurde um 60% durch Gewalt und Seuchen
vernichtet - kein Viehbestand, Felder unbestellt. Neuerstadt hatte etwa 22 Tote
im 30jährigen Krieg (Pest).
1670
3 Hofstellen in Neuerstadt waren wüst (heutige Höfe mit den Nr. 11, 14,15)
1648-1700
Einwohnergruppen in Neuerstadt waren vor allem Bauern, Pachthüfner Schäfer und
Hirten/Schweinehirten (mit bedeutender Schafzucht auf Gemeindeweiden),
Forstknechte , Forstbediente und Förster, Wildhüter und Köhler, Windmüller
(seit etwa 1725)
1800
Neben den Bauern, Schäfern und Forstarbeitern waren in Neuerstadt auch
Handwerker ansässig, wie Schmied, Stellmacher, Schneider, Schuhmacher, Tischler
sowie ein Gastwirt und ein Kramer Oft waren die Handwerker zugleich Bauern.