Der Jessener Wein

Weinpresse
Foto: Weinpresse

Der Weinanbau auf den Jessener - Schweinitzer Bergen läßt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Die erste urkundliche Erwähnung vom Weinanbau besteht aus dem Jahre 1420. Seine Blütezeit erreichte er im 15. und 16. Jahrhundert. Der Weinanbau auf rund 300 ha Anbaufläche erfreute sich der Förderung der sächsischen Landesherrn.

Weintraube
Foto: Weintraube

Zu den ausgedehnten Festmahlen in den Jagdschlössern wurde der einheimische Wein gereicht. Auch Martin Luther war ein Freund des Jessener Weines. Der "Gorrn" war der Hauswein des sächsischen Hofes. Beträchtliche Mengen der geernteten Weintrauben wurden in die Torgauer Schloßkelterei geliefert. Auch in Schweinitz konnte gekeltert werden. In diesem noch existierenden Weinkeller wird alljährlich zum Schweinitzer Schul- und Heimatfest Wein ausgeschenkt.

Ab dem 18. Jahrhundert ist ein stetiger Rückgang des Weinanbaus zu verzeichnen. Als unser Gebiet 1816 an Preußen fällt, wird das Gorrenberger Weingut 1819 durch Versteigerung oder Verpachtung zum Teil in Privatbesitz überführt. Mit der Erteilung von Schankgenehmigungen an die Winzer setzt noch mal eine Besserung ein. Durch die Gründung des deutschen Zollvereins sinken die Weinpreise erheblich. Die Weinstöcke wurden zunehmend durch Obstbäume ersetzt. Bis nach dem 2. Weltkrieg schrumpfte die Anbaufläche auf 1,25 ha. 1958 übernahm der Winzer Harry Hoffmann die Fläche am Hausberg und Himmelsberg, die er bis 1973 privat bewirtschaftete. Mitte der 70er Jahre wurden dann durch die LPG auf 3,2 ha Anbaufläche mehrere Weinsorten angebaut. Harry Hoffmann kelterte noch bis 1984 in seinem Weinkeller den Jessener Wein selbst, danach wurde der Traubensaft bei der Winzergenossenschaft Meißen gekeltert. Auf die lange Weinbautradition weist die denkmalgeschützte historische Weinpresse gegenüber dem Bergschlößchen hin, welche im Oktober 1979 dort aufgestellt wurde.

Weinstöcke
Foto: Weinstöcke

Nach 1990 vergrößerten sich die Anbauflächen wieder, da alteingesessene Jessener Winzerfamilien die Weinanbautradition fortführen. Zur Zeit sind es ca. 15 ha, die mit den Rebsorten "Kerner", "Müller-Thurgau", "Riesling", "Scheurebe", "Schwarzriesling", "Spätburgunder" und "Weißburgunder" bepflanzt sind. Als neue Tradition wird seit 1993 jedes Jahr zum Schul- und Heimatfest eine Weinprinzessin gekürt.

Zum Jessener Weinanbaugebiet gehört auch das Weinanbaugebiet um Kleindröben, das ca. 5 ha groß ist. Hier wird als Besonderheit die Weinsorte "Ruländer" angebaut, welche Weinkenner besonders zu schätzen wissen.

Jessener Weinprinzessin

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